NIEMALS MIT DER OHRLOCHPISTOLE

 

Sehr häufig werden z.B. in Juweliergeschäften, Modeschmuckläden, etc. Ohr- oder Nasenringe mit Hilfe einer sog. "Ohrlochpistole" "geschossen" - ich denke, die meisten von Euch kennen das ja. Man legt den Medizinischen Ohrstecker ein, dann wird das ganze mittels durch eine Feder erzeugten Drucks durch die zu durchstechende Körperstelle hindurchgejagt. Das ist ja nix Neues, so arbeitet man schon seit Jahrzehnten. Auch ich ließ mir vor etlichen Jahren so meinen Ohrring "schießen"...

 

... aber heute würde ich das nicht mehr machen!

 

Warum nicht? Ganz einfach, diese "Ohrlochpistolen" sind in meinen Augen schlicht und einfach gesundheitsschädlich! Wie ich zu dieser Meinung komme? Nun ja, es gibt da ein paar Fakten, die eigentlich selbsterklärend sind:

 

1) Stumpfer Schmuck

 

Wer die handelsüblichen Medizinischen Ohrstecker kennt, der weiß, daß die nicht wirklich spitz, sondern eher stumpf sind. Beim "Schießen" des Loches wird dieser stumpfe Gegenstand mit Druck durch das Gewebe gepresst - da er jedoch stumpf ist, kann er das Gewebe nicht sauber durchtrennen, so daß das Gewebe quasi "zertrümmert" wird - dieser Gewebebrei oder -matsch, der dabei entsteht, ist ein idealer Nährboden für Keime, so daß es wohl fast immer eine saftige Entzündung gibt. Nicht umsonst werden Ohren nach dem "Schießen" im Regelfall immer Rot, Dick und Heiß - das ist nichts anderes als eine Entzündung. Bei keinem meiner richtigen Piercings hatte ich solche Probleme mit Entzündungen wie bei meinem "geschossenen" Ohrring.

 

2) Zu enger Schmuck

 

Wenn man sich den handelsüblichen Medizinischen Ohrstecker anschaut und sich klarmacht, daß das Ohr nach dem "Schießen" anschwillt, dann kann man sich leicht vorstellen, daß der Schmuck eigentlich zu eng ist, d.h. von beiden Seiten auf die Wunde (jeder frische Ohr- oder Nasenloch ist nun mal eine Wunde) drückt - das kann zum einen zu Reizungen bzw. Irritationen der Wunde führen, zum anderen kann aber auch Wundflüssigkeit und evtl. vorhandener Eiter nicht abfließen - was auch nicht gerade gesund ist und durchaus die vorhandende Entzündung verstärken kann.

 

3) Unhygienisches Arbeiten

 

Das "Schießen" von Löchern mit der "Ohrlochpistole" ist absolut unhygienisch. Diese "Ohrlochpistolen" sind nicht steriliserbar - und selbst wenn sie es wären, so hätte der typische Juwelier um die Ecke sicher keinen Sterilisator verfügbar. Da der Schmuck mit Druck durch den Körper gejagt wird, wird es sich gar nicht vermeiden lassen, daß kleine und kleinste Blut- und Gewebepartikel verspritzt werden, die evtl. nicht einmal sichtbar sind. Aber sie werden auch auf der "Ohrlochpistole" landen - und die wird dann beim nächsten Kunden einfach wiederverwendet. Es sind bereits Fälle bekannt, bei denen genau auf diesem Wege Hepatitis übertragen wurde.

 

Ich denke, daß diese drei Argumente recht deutlich machen, warum "Ohrlochpistolen" abzulehnen sind. Dies gilt generell für alle Arten von Piercings - und für alle Lokalitäten, egal, ob es sich dabei um Juweliere, Modeschmuck-Geschäfte oder unseriöse Piercingstudios (seriöse Studios arbeiten gar nicht mit "Ohrlochpistolen") handelt. Laßt die Finger davon und geht lieber zu einem seriösen Piercer - der ist zwar sicher teurer als der Juwelier um die Ecke, aber dafür spielt ihr nicht mit Eurer Gesundheit!

Der Nasenstecker gehört neben dem fast schon traditionellen Ohrring zu den am längsten bei uns verbreiteten Piercings. Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten, die Nase zu piercen: Zum einen den Nasenflügel im Bereich der Wölbung (höher darf das Piercing nicht gesetzt werden, da bei einer eventuellen Entzündung der Trigeminus-Gesichtsnerv in Mitleidenschaft gezogen werden kann), zum anderen die Nasenscheidewand, das sog. Septum. An dieser Stelle soll nun das gebräuchlichere Piercing durch die Nasenflügel beschrieben werden.

Verheerend ist die Tatsache, dass selbst Ende der 90er Jahre der Großteil der Nasenstecker immer noch unprofessionell mit der so genannten Ohrlochpistole geschossen wird. Diese Pistole birgt drei sehr große Nachteile, wobei an allererster Stelle auf die mögliche Übertragung von Krankheiten wie Hepatitis C hingewiesen werden muss. Übertragungen von Hepatitis B durch den Gebrauch von Ohrlochpistolen wurden bereits in den 70er Jahren nachgewiesen. Die Übertragungen sind darauf zurückzuführen, dass eine Ohrlochpistole nicht sterilisiert werden kann. Es sollte auch nicht unerwähnt bleiben, dass es gegen Hepatitis C im Gegensatz zu Hepatitis A und B nach wie vor keinen Impfschutz gibt.

Der zweite Grund, weshalb man vom Gebrauch der Ohrlochpistole an der Nase absehen sollte, liegt darin, dass dieses Gerät eigentlich dafür entwickelt wurde, relativ weiche Kuhohren zwecks Kennzeichnung zu durchstanzen. So ist die Maschine meist kräftig genug, um Ohrläppchen zu durchstechen, am härteren Gewebe der Nase kann sie jedoch hängen bleiben, worauf das Gerät unter Umständen sogar im Krankenhaus von der Nase entfernt werden muss.

Kommt der Bolzen tatsächlich durch das Gewebe durch, wird das zermatschte Gewebematerial an die Seiten des ausgefransten Stichkanals gequetscht und bildet dort einen optimalen Nährboden für Entzündungen und den Grundstock für unangenehme Verknorpelungen.

Der dritte Punkt, der gegen den Gebrauch der Ohrlochpistole spricht, ist der ungeeignete Schmuck. So genannte Gesundheitsstecker, die auch im Ohr alles andere als gesund sind, gehören in keinem Fall in einen Nasenflügel. Abgesehen davon, dass die klobigen Steinchen vom ästhetischen Gesichtspunkt aus gesehen an der Nase nicht gerade hübsch aussehen, kann man diesen Schmuck auch nicht korrekt pflegen. Zudem ist er für das Nasengewebe zu dünn, so dass er sich nicht selten hineinschneiden kann. Der durch den Verschluss eng anliegende Schmuck lässt zudem einer leichten Schwellung keinen Platz. Hinter dem Flügelverschluss im inneren der Nase sammelt sich Schmutz und durch Feuchtigkeit und Wärme kann es zu Pilzbefall kommen. Beim putzen der Nase hat man ebenfalls Probleme und bei schmalen Nasen kann es durch den zu langen Stift zu Verletzungen und zu permanenten Entzündungen der gegenüberliegenden Nasenscheidewand kommen.

Ebenfalls abzuraten ist von geraden Stäben, die am hinteren Ende statt eines Flügels schlicht und ergreifend eine Verdickung haben. Schon mehr als einmal musste ich diese in meinem Studio auf äusserst schmerzhafte Weise aus den Nasenflügeln herausziehen, da die Stäbe oft zu kurz sind und die Verdickung in der Innenseite eingewachsen war, sich das Gewebe um den dünnen Stab geschlossen hatte und dieser somit fest sass.

Beim Nasenschmuck sollte man beim schlichten gebogenen Stab bleiben wie er in Indien schon seit Jahrhunderten benutzt wird. Sollte man anfangs mit dem Wechsel etwas Probleme haben, nur Geduld, es ist wie mit dem Schuhebinden, hat man die Technik einmal kapiert, funktioniert es kinderleicht. Noch besser eignet sich als Schmuck, besonders während der Abheilzeit, ein Ring (Piercingring, keine Creole!), da sich bei dieser Art von Schmuck kein Schmutz festsetzen kann und das Piercing optimal gepflegt und gereinigt werden kann.

Bei Entfernung des Schmucks wächst ein Nasenflügelpiercing sehr schnell wieder zu, auch wenn schon jahrelang Schmuck drin war.

Piercings an der Ohrmuschel gehören zu den eher üblichen, ein außergewöhnliches Piercing am Ohr stellt hingegen des Tragus dar: des kleinen Ohrknorpels direkt vor dem Gehörgang.

 

Text: Moses

 

Den Ohrknorpel niemals mit der Ohrlochpistole durchstechen!

Leider wird dieses Piercing immer noch von Unverantwortlichen mit der Ohrlochpistole ausgeführt. Das hat den Gepiercten in den letzten Jahren manche unangenehme Stunde und vielleicht sogar Virusinfektionen eingebracht.

 

 

 

Am Ohrknorpel hat die Ohrlochpistole

nichts zu suchen! Sowohl Piercings durch den

Tragus als auch an der Ohrmuschel müssen

gestochen werden. Der Ohrknorpel gehört zu den

riskantesten Stellen des Körpers!

 

 

 

 

Die Piercing-Pistole, die erfunden wurde, um Kuhohren zu markieren, besteht in ihrem Inneren aus Plastik oder metallverkleidetem Plastik und kann daher nicht sterilisiert werden, denn die hohen Temperaturen im Autoklav verträgt das Material nicht. Das Gerät ist daher der ideale Keimverbreiter. Ihr solltet euch vor Augen halten, daß eine gefährliche Infektion durch die Pistole möglich ist.

Schmerzhafte Entzündungen und Komplikationen beim Heilungsprozeß sind weitere Gründe, dieses Gerät zu meiden. Beim Durchstoßen des Körpers mit der Pistole bleiben zermatschte Gewebereste zurück und werden an die Seite des oftmals stark ausgefransten Stichkanals gedrückt. Eine optimale Brutstätte für Entzündungen verursachende Erreger. Durch die Ablagerung der zerschossenen Körperreste kann sich nur sehr schwer neue, gut verheilende Haut im Stichkanal bilden. Oftmals werden die entsprechenden Stellen nach langer Zeit abgekapselt und bilden einen Knorpel, der für immer im Körper zurückbleibt.

 

Natürlich gibt es nicht wenige Leser, die Glück hatten, bei denen vielleicht alle durchschossenen Knorpel relativ gut und schnell verheilt sind. Vielleicht hat der eine oder andere sogar schon eine Heptatitis C Untersuchung hinter sich und erfahren, daß er sich diese schlimme Krankheit nicht zugezogen hat. Dieser Umstand rechtfertig es jedoch nicht, das Glück auch in Zukunft immer wieder herauszufordern. Wird aber sauber und mit den richtigen Materialien gearbeitet, ist das Risiko einer Komplikation beim Ohrknorpelpiercing verschwindend gering. Auch beim Tragus.

Allerdings kann der Tragus bei einer wirklich heftigen Entzündung zerstört werden und seine Tragfähigkeit verlieren. Das bedeutet, daß man dann sozusagen ein zweites Ohrläppchen an der Seite des Kopfes hängen hat. Auch dies ist eine seltene Ausnahme.

 

Wundheilung oftmals sehr langwierig

Der Ohrknorpel gehört zu den härtesten des Körpers, ist aber gleichzeitig eine heikle Stelle was Wundheilung betrifft. Bis die Haut im Knorpelbereich so stabil ist, daß nichts mehr passieren kann, dauert es in der Regel drei bis sechs Monate, manchmal sogar bis zu neun Monaten - es zählt also zu den langsam heilenden Piercings. Kommt es zu Entzündungen oder anderen Komplikationen, können diese, wegen der speziellen Beschaffenheit des Ohrgewebes, nur schwer bekämpft werden. Schmutz bleibt länger in der Wunde und Heilmittel werden, egal ob innen oder außen aufgetragen, sehr schlecht zur Wunde transportiert. Ist der Ohrknorpel erstmal zerstört, regeneriert er sich nicht mehr, sondern es kommt zum gefürchteten Blumenkohlohr. Zusätzlich ist der Ohrknorpel eine der riskantesten Stellen des Körpers, denn in seiner Nähe verläuft am Schädel eine der Hauptnervenbahnen zum Gehirn. Bei einer Entzündung, könnte diese theoretisch auf diese Nervenbahnen übergreifen und im extremsten Fall sogar zu einer Hirnhautentzündung führen.

Sollte es doch zu einer Entzündung kommen, ist der Schmuck auf keinen Fall selbst zu entfernen, sondern es sollte sofort ein Studio aufgesucht werden.

Die vollständige Neubildung der Haut im Stichkanal nimmt jedoch eine vergleichsweise lange Abheilzeit von bis zu neun Monaten in Anspruch. Was bedeutet, daß in dieser Zeit das Piercing stets gründlich gereinigt und vor allem beim Haarewaschen darauf geachtet werden muß, daß keine schädlichen Stoffe in den Wundkanal eindringen.

 

Eine Problemgruppe stellen in diesem Fall vor allem die Diabetiker dar, da es bei diesen neben einer schlechten Wundheilung im Ohrlochbereich oft zu Hautkrankheiten kommt, die sich auf den Heilungsprozeß bremsend auswirken können.

 

Wer schön sein will muß leider - auf den Tragus trifft diese Weisheit zu!

Abgesehen von der teilweise etwas langen Abheilzeit gehört der Tragus nicht nur zu den schönsten, sondern auch zu den schmerzhaftesten Stichen. Vergleichsweise schmerzhaft, schiebe ich nach, denn Schmerz ist ein subjektives Erlebnis. Dadurch, daß sich hinter dem Tragus stets Gewebe in Form der Ohrmuschel befindet, kann man auf keinen Fall einen dynamischen Stich ausführen, wie bei den meisten anderen Piercings. Erst im Verlauf des Stiches merkt der Piercer, wie dicht der ohnehin schon sehr dicke Knorpel aufgebaut ist und mit welcher Kraft er vorgehen muß, ohne die dahinter liegende Ohrmuschel zu verletzen. Generell gilt die Faustregel: je länger ein Stich dauert, umso mehr Schmerz verspürt man.

 

Pflege

Der Kunde kann den Heilungsprozeß so optimal wie möglich unterstützen, indem er sich exakt an die Pflegehinweise eines erfahrenen Piercingstudios hält. Er sollte auf gar keinen Fall zu obskuren Hausmittelchen greifen, die bei einer Freundin eventuell geholfen haben, und vor allem den Stichkanal nicht »überpflegen«. Ein häufig zu beobachtendes Phänomen.

Wer sich für ein Tragus-Piercing entscheidet, sollte also zum professionellen Piercer gehen und auf jeden Fall einen großen Bogen um jede Ohrlochpistole machen.

 

Die OHRLOCHPISTOLE. (von: Hans3)

Sattsam bekannt und dennoch immer wieder am Programm. Ein Beitrag anläßlich des Artikels ?Nie wieder Ohrlochschießen? - ganz einfach deshalb, weil auf gewisse Fakten nicht oft genug hingewiesen werden kann. (Aber, ich verspreche es: in den nächsten drei Jahren wird es hier von mir nichts mehr zu diesem Thema geben.)

 

1) Hunderttausende Ohrstecker weltweit werden geschossen, ohne daß etwas Ernstes passiert. Nur die bei anderen Piercings bekannten unvermeidbaren üblichen Entzündungen und die damit verbundenen gängigen Schmerzen stellen sich ein (von den relativ oft auftretenden Quetschungen und Einwüchsen und den herzhaften Schmerzen und fetten Entzündungen beim Knorpelschießen und paar anderen Kleinigkeiten mal abgesehen; wer sich diesbezüglich genauer informieren möchte:). Diese Art der Anbringung ist nun mal recht schnell und billig und dementsprechend in manchen Geschäften und bei vielen Leuten recht beliebt.

 

2) Auch bei etlichen sauber mit der Nadel gestochenen (Mittel- und Ober) Ohrpiercings sind länger als erwartete Lästigkeiten häufig, z.B. oft wochenlanges Schlafen nur auf einer Seite möglich. Die Enttäuschung kann dann groß sein. Das Ohr an seinen verknorpelten Bereichen IST eben eine heikle und oft unterschätzte Stelle - unter diesem Gesichtspunkt betrachtet war das teure Stechen also eine Fehlinvestition.

 

3) In manchen Fällen, die nicht abschätzbar sind, hätte aber ein steriles Piercing mit der Nadel einigen Ärger oder sogar größere Komplikationen vermieden. Und NUR UM DIESE wenigen Fälle geht es! Das Ärgerliche dabei ist lediglich, daß sie nicht vorhersehbar sind. Das Erfreuliche ist, wie schon gesagt, daß sehr oft nichts Böses geschieht - Glück gehabt. Falls aber doch eine jener seltenen Katastrohen ... ja, also falls doch ... - ich möchte nicht derjenige sein, der dem mir vertrauenden Mensch Rotlauf (eine echt grausliche Sache) oder Tetanus (bei abgelaufener oder fehlender Impfung und zu später Behandlung absolut tödlich) verpaßt hat.

 

Ich schließe mit nur drei bekannten Tatsachen (die ohnehin fast jeder weiß, die aber immer wieder inbrünstig verdrängt werden), ohne sie näher zu begründen:

a) Ohrlochpistolen sind fast nicht sterilisierbar.

b) Aids und Gelbsucht sind ganz gewaltige Kotzbrocken, denn wenn man den Viren mit Antibiotika herumfuchtelt und droht (und sei die Dosierung noch so massiv), so lachen die sich krumm und bucklig.

c) HepatitisB ist schon abscheulich genug, und gegen HepatitisC gibt es (noch immer) KEINE Impfung!!

 

Wenn sich jemand auf ein Vorhaben gewissenhaft vorbereitet hat, so wünscht man dem Erfolg. Nur brutal gedankenlose und / oder dumme Zeitgenossen wünschen in so einem Fall ?viel Glück?, denn so etwas wünscht man eben nur dann, wenn es jemand WIRKLICH notwendig hat - also wenn z.B. jemand ohne eine einzige Verkehrsregel gelernt zu haben und halb besoffen zur Führerscheinprüfung antritt. In diesem Sinne: gaaanz viel Glück wünscht allen, die sich auf ihr ?Pistolenohrpiercing? freuen, ha

 

Das Nasenpiercing

Der Nasenstecker gehört neben dem fast schon traditionellen Ohrring zu den am längsten bei uns verbreiteten Piercings. Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten, die Nase zu piercen:

Zum einen den Nasenflügel im Bereich der Wölbung (höher darf das Piercing nicht gesetzt werden, da bei einer eventuellen Entzündung der Trigeminus-Gesichtsnerv in Mitleidenschaft gezogen werden kann), zum anderen die Nasenscheidewand, das sog. Septum. An dieser Stelle soll nun das gebräuchlichere Piercing durch die Nasenflügel beschrieben werden.

Verheerend ist die Tatsache, daß selbst Ende der 90er Jahre der Großteil der Nasenstecker immer noch unprofessionell mit der sogenannten Ohrlochpistole geschossen wird. Diese Pistole birgt drei sehr große Nachteile, wobei an allererster Stelle auf die mögliche Übertragung von Krankheiten wie Hepatitis C hingewiesen werden muß. Übertragungen von Hepatitis B durch den Gebrauch von Ohrlochpistolen wurden bereits in den 70er Jahren nachgewiesen. Die Übertragungen sind darauf zurückzuführen, dass eine Ohrlochpistole nicht sterilisiert werden kann. Es sollte auch nicht unerwähnt bleiben, dass es gegen Hepatitis C im Gegensatz zu Hepatitis A und B nach wie vor keinen Impfschutz gibt. Der zweite Grund, weshalb man vom Gebrauch der Ohrlochpistole an der Nase absehen sollte, liegt darin, dass dieses Gerät eigentlich dafür entwickelt wurde, relativ weiche Kuhohren zwecks Kennzeichnung zu durchstanzen. So ist die Maschine meist kräftig genug, um Ohrläppchen zu durchstechen, am härteren Gewebe der Nase kann sie jedoch hängen bleiben, worauf das Gerät unter Umständen sogar im Krankenhaus von der Nase entfernt werden muss.

Kommt der Bolzen tatsächlich durch das Gewebe durch, wird das zermatschte Gewebematerial an die Seiten des ausgefransten Stichkanals gequetscht und bildet dort einen optimalen Nährboden für Entzündungen und den Grundstock für unangenehme Verknorpelungen. Der dritte Punkt, der gegen den Gebrauch der Ohrlochpistole spricht, ist der ungeeignete Schmuck. Sogenannte Gesundheitsstecker, die auch im Ohr alles andere als gesund sind, gehören in keinem Fall in einen Nasenflügel. Abgesehen davon, dass die klobigen Steinchen vom ästhetischen Gesichtspunkt aus gesehen an der Nase nicht gerade hübsch aussehen, kann man diesen Schmuck auch nicht korrekt pflegen. Zudem ist er für das Nasengewebe zu dünn, so dass er sich nicht selten hineinschneiden kann.

Risiken des Ohrpiercings – Übertragung von P. aeruginosa

"Schlechte hygienische Verhältnisse in Piercing-Studios und eine fehlerhafte Technik können leicht zur Infektion der Kunden führen. Besonders gefährlich sind Piercings im Ohrknorpel, wie eine Studie im amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2004; 291: 981-985) zeigt. William Keene und Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden in Portland im US-Staat Oregon haben ein Piercing-Studio untersucht, nachdem dort mehrere Fälle von Chondritiden des Ohrknorpels aufgetreten waren..Alle Patienten waren mit einer Ohrlochpistole gepierct worden, was streng kontraindiziert ist, da die Geräte nicht sterilisiert werden können. Außerdem kann es beim Durchschuss durch den Ohrknorpel leicht zu Fissuren kommen, die die Ausbreitung der Keime begünstigen. Es wird empfohlen, Ohrpiercings nur mit spitzen Nadeln durchzuführen..Die eigentliche Infektionsquelle in dem untersuchten Studio war jedoch nicht die Ohrlochpistole, sondern eine Desinfektionsflasche. Um Kosten zu sparen, hatten die Betreiber die Einmalflasche mehrmals wieder aufgefüllt. Dabei wurde sie mit P. aeruginosa kontaminiert

Dagegen wird beim Piercing mit einer Kanüle das Gewebe und der Knorpel sauber durchtrennt und die Gewebereste bleiben in der Kanüle.

Warum sollte zum Piercen keine Ohrlochpistole verwendet werden?

Das Ohrläppchen wird mancherorts immer noch mit der Pistole geschossen. Bei einem Knorpel-Piercing ist jedoch dringend davon abzuraten:Wird es mit einer Ohrlochpistole eingesetzt, ist das Hautgewebe häufig zertrümmert und die Abheilphase verlängert sich. Das Risiko einer Entzündug ist sehr viel größer. Profis lassen den Colt ohnehin stecken, denn die Ohrloch-Pistole lässt sich nicht sterilisieren und wird damit hygienischen Ansprüchen nicht gerecht.

 

Die Frage läßt sich einfach beantworten. Stechen ist in mehrfacher Hinsicht extrem besser und in jedem Fall der Vorzug zu geben. Schießen mit der Ohrlochpistole ist eine Methode vergangener Zeiten, die leider heutzutage immer noch in vielen Juweliergeschäften und sogar Piercingstudios angewendet wird. Durch das Schießen mit den dabei verwendeten, sehr stumpfen Ohrsteckern wird das Hautgewebe regelrecht zerfetzt, was erstens schmerzhafter ist als der Schmerz beim Stechen mit den speziellen Nadeln. Und zum anderen heilt das Hautgewebe, welches mit der Nadel sauber durchtrennt wurde, bedeutend schneller. Desweiteren lassen die hygienischen Voraussetzungen bei der Verwendung der Ohrlochpistole sehr zu wünschen übrig:

- die Ohrlochpistole kann nicht ordnungsgemäß sterilisiert werden und zur Folge können Krankheitserreger und sogar HIV übertragen werden

- die zur Anwendung kommenden Ohrstecker sind zwar steril verpackt, aber sobald sie mit der Pistole in Kontakt kommen, ist es vorbei mit der Sterilität

- die Ohrstecker für die Ohrlochpistole haben eine Einheitsgröße und können dadurch nicht individuell angepaßt werden, also wenn jemand von vornherein etwas dickere Ohrläppchen beisitzt und diese noch etwas anschwellen, sitzen sie auf jeden Fall viel zu eng

- eine ordentliche hygienische Nachbehandlung bis zur vollständigen Heilung ist bei diesen Ohrsteckern nicht gegeben

 

Bei Ohren- oder Nasen-Piercings wird meistens die Ohrlochpistole angewendet. Hiervon ist jedoch abzuraten, da durch das Schießen, der stumpfe Piercingschmuck mit enormer Geschwindigkeit in das Gewebe geschossenem wird, ist mit einer (gefeuertem) Kugel aus einem Gewehr zu vergleichen! Das Gewebe reißt ein und ist für immer zerstört, an Knorpelstellen splittet es sogar und später kann in dem Bereich des geschossenen Loches sich ein Knüppel bilden, der später Chirurgisch (Operativ) entfernt werden muss.

Nach jedem schissen muss die Pistole gereinigt und steril gemacht werden.

Das Problem ist die Ohrlochpistole ist auch nicht vollständig Sterilisier bar, da es zum Teil aus Plastik besteht und somit nicht in ein Sterilisator kann! Da in einen solchen Gerät hohe Temperaturen herrschen wurden die einzelnen Plastikteile kaputt gehen! Auch das desinfizieren von so einer Pistole ist nicht so einfach, da es aus vielen Einzelstücken besteht kann man gar nicht so richtig an jede stelle erreichen um es wieder hygienisch sauber zubekommen! Daher ist der Einsatz eines Piercings mit so einen Gerät nicht ganz ungefährlich da die Infektion Gefahr ziemlich hoch ist. Zudem sind die hierbei verwendeten Ohrstecker für den Ersteinsatz ungeeignet.

 

 

Ohrlochpistole

Die Ohrlochpistole wurde in den sechziger Jahren am Markt eingeführt. Als Folge dieser Einführung wurden Ohrlöcher sehr beliebt, da das Stechen fast schmerzlos und sehr präzise vorgenommen werden konnte.

Die ursprüngliche Pistole wurde mit einem Ohrstecker "geladen". Bei Betätigung des Abzugs wurde eine gespannte Feder gelöst und der Ohrstecker durch das Ohrläppchen geschossen.

Neuere Pistolen haben eine deutlich bessere Technik. Es gibt keine Spannvorrichtung mehr, sondern der Ohrring wird mit Hilfe der Pistole durchgedrückt. Weiterhin wird der Ohrstecker separat in einer Kartusche geladen um jegliche Infektion (HIV, Hepatitis etc.) auszuschließen.

Grundsätzlich ist vom Stechen mit einer Ohrlochpistole abzuraten, da das Gewebe dabei einreißen kann und der Apparat nicht ordnungsgemäß sterilisiert werden kann. Zunehmend wird deshalb die beim Piercing verwendete Braunüle benutzt.