Apadravya

Der Apadravya ist ein vertikal durch die Eichel des Penis gestochenes Piercing. Es wird meist in der Mitte gestochen und verläuft durch die Harnröhre. Bei einem Ampallang dagegen verläuft der Stichkanal horizontal durch die Eichel. Gelegentlich wird auch ein Schaft-Apadravya durchgeführt.

Der Apadravya kann in zwei Sitzungen gestochen werden, wobei zuerst ein Prinz Albert (PA) gestochen wird und nach der Ausheilung der Stichkanal vom oberen Ende der Eichel zur Harnröhre hin vervollständigt wird. Die obere Hälfte des Piercings ist nicht identisch mit einem Prinz Albert Reverse, da der Stichkanal zwar die gleiche Position besitzt, jedoch in einem anderen Winkel gestochen wird. Als Schmuck wird üblicherweise ein gerader Barbell eingesetzt, wobei darauf geachtet werden muss, dass dieser auch bei einer Erektion ausreichend lang ist.

Die kreuzweise Kombination von einem Apadravya mit einem Ampallang wird als Magic Cross bezeichnet.

Der Apadravya ist eines der problematischeren männlichen Genitalpiercings, da er durch den empfindlichsten Teil des Penis verläuft. Dagegen wird ihm aber auch zugeschrieben sich auf den Sexualpartner besonders lustvoll auszuwirken, weshalb er auch oft "Happydravya" genannt wird.

Ein Apadoye ist ein Piercing bei dem ein Ring durch ein Apadravya und ein oder zwei Dydoe getragen wird. Meist verläuft er durch zwei paarweise gestochene Dydoe-Piercings.

 

Dydoe

Ein Dydoe ist ein Piercing im männlichen Genitalbereich. Es wird durch den Rand der Eichel gestochen. Das Piercing wird überwiegend bei beschnittenen Männern durchgeführt, kann jedoch auch bei vorhandener Vorhaut eingesetzt werden. Die ursprüngliche Absicht war die Sensibilität der weniger empfindlichen Eichel beim beschnittenen Mann zu fördern. Mittlerweile wird es jedoch auch aus ästhetischen Gründen getragen. Für den Einsatz geeignet sind besonders kleine Ball Closure Ringe oder Curved Barbells.

Die Abheilung kann bis zu 6 Monate dauern. Eine enge Vorhaut kann dabei zu Komplikationen führen. Während des Heilungsprozesses ist eine regelmäßige Reinigung unbedingt erforderlich. Auf sexuellen Verkehr sollte verzichtet werden. Bei einer Infektion des Stichkanals ist meist mit Narbenbildung zu rechnen was wiederum zu weiterer Desensibilisierung der Eichel führen kann.

Ein Apadoye ist ein Piercing bei dem ein Ring durch ein Apadravya und ein oder zwei Dydoes getragen wird. Meist verläuft er durch zwei paarweise gestochene Dydoe-Piercings.

Pubic-Piercing

Ein Pubic-Piercing ist ein männliches Intimpiercing. Es sitzt am Penisansatz und wird üblicherweise waagerecht gestochen. Da es zu den Oberflächenpiercings zählt, verheilt es relativ schlecht und neigt dazu, herauszuwachsen. Die Heilung des Piercings kann zwischen 2 bis 3 Monate dauern. Als Piercingschmuck wird meist ein Curved Barbell oder ein Surface Bar mit einem Durchmesser von 1,6 Millimetern eingesetzt. Schmuck aus flexiblem PTFE ist für den Ersteinsatz empfehlenswert. Vor dem Stechen sollte der Intimbereich von Schambehaarung befreit werden.

Das entsprechende Piercing bei der Frau ist das Christina-Piercing.

Vorhautpiercing

Ein Vorhautpiercing (auch Oetang) ist ein männliches Genitalpiercing durch die Vorhaut des Penis. Es kann nur bei einem unbeschnittenen Mann durchgeführt werden. Entsprechend gibt es bei der Frau das Klitorisvorhautpiercing.

Das Piercing kann beliebig platziert werden, vorzugsweise jedoch näher zum vorderen Rand. Oft werden auch (mehrere) paarweise gegenüberliegende Stichkanäle mit jeweils einem Barbell oder Ball Closure Ring verbunden, so dass die Vorhaut über der Eichel zusammengehalten wird und sich nicht mehr zurückstreifen lässt, ähnlich einer Phimose. Angeblich wurde diese Variante schon bei den alten Römern als Keuschheitsverschluss gestochen.

Auch in Birma fand diese Methode unter der Bezeichnung Oetang bereits Verwendung.

Sie wurde auch Heranwachsenden „zum Schutz“ vor Masturbation angediehen und wird heute gelegentlich in BDSM-Kreisen angewendet, jedoch sollte die (Intim-)Hygiene (besonders wegen des Smegmas) nicht zu kurz kommen.

Das Piercing kann auf Grund der Reibung auf der Eichel sexuell stimulierend wirken. Zum Einsatz ist sowohl gerader oder leicht gekrümmter als auch Ringschmuck geeignet. Die Heilungszeit beträgt zwischen 4 bis 8 Wochen.

 

Hafada-Piercing

Unter einem Hafada-Piercing (auch Scrotal) versteht man ein Piercing in der Haut des Hodensacks. Es wird gewöhnlich nicht sehr tief gestochen und obwohl es sich dabei um ein Oberflächenpiercing handelt ist die Gefahr des Herauswachsens aufgrund der Flexibilität der Haut in diesem Bereich sehr gering. Ein Piercing das auf der Vorderseite des Hodensacks eintritt und auf der Rückseite wieder austritt ist unter dem Namen Transscrotal-Piercing bekannt. Öfters werden auch mehrere Hafada-Piercings in einer Reihe getragen oder anderweitig symmetrisch angebracht.

Das Piercing kann wahlweise mit einem Ball Closure Ring oder einem Barbell gestochen werden. Die Heilung ist relativ unkompliziert und dauert in der Regel zwischen 6-8 Wochen.

Angeblich wurden Hafada-Piercings bereits als Ritual bei heranwachsenden jungen Männern im Nahen Osten durchgeführt. Jedoch gibt es keine Belege für diese Theorie.

Guiche-Piercing

Ein Guiche-Piercing ist ein Piercing durch die Raphe. Es sitzt quer zur Naht zwischen Hodensack und After bzw. bei Frauen zwischen Vagina und Anus. Da es sich in der Dammgegend befindet, kann es stimulierend auf den Träger wirken. Besonders während der Heilungsphase kann das Piercing beim Sitzen oder sportlichen Betätigungen wie Radfahren und Joggen Komplikationen auslösen.

Eingesetzt werden kann sowohl ein Curved Barbell als auch ein BCR, es empfiehlt sich aber ein kugelloser glattsegmentierter Ring – und zur Stimulationssteigerung ein zweiter frei schwingend daran.

Die Heilung dauert in der Regel zwischen drei und sechs Monaten. Da es sich ziemlich nah am After befindet, ist besonders während der Heilung, aber auch danach sehr auf Hygiene zu achten.

Da das Gewebe an dieser Stelle recht flexibel ist, lässt sich das Guiche-Piercing, ohne Komplikationen befürchten zu müssen, dehnen. Größerer Schmuck (Gewichte) kann an dieser Stelle jedoch besonders beim Sitzen unkomfortabel sein.

Das Guiche-Piercing wird üblicherweise von Männern getragen, kann aber auch bei Frauen im Dammbereich gestochen werden. Häufig findet man es in der schwulen BDSM-Szene.

Intimpiercing

Christina (Piercing)

 

 

Christina Piercing

Christina ist der Name eines weiblichen Intimpiercings. Es wird vertikal in die Falte (Commisura labiorum anterior) der oben zusammenlaufenden großen Schamlippen gestochen und tritt am Schamhügel wieder aus. Aus anatomischen Gründen ist es nicht bei jeder Frau möglich. Das Piercing wirkt nicht sexuell stimulierend und kann bei Druck, z. B. beim Tragen von engen Hosen, als unangenehm empfunden werden.

Zum Einsatz geeignet sind ein Bananabell oder ein Surface Bar mit einer Materialstärke von 1,6 Millimetern. Empfohlen wird Schmuck aus dem flexiblen Material PTFE.

Das Piercing sollte nach etwa 3 bis 4 Monaten abgeheilt sein. Da es sich um ein Oberflächenpiercing handelt, kann es während der Heilungsphase zu Komplikationen kommen. Weitere Schwierigkeiten entstehen aufgrund des relativ langen Stichkanals und ständiger Bewegung und Reibung. Neben Entzündungen neigt das Christina-Piercing auch zum Herauswachsen. Sofern es bereits vollständig abgeheilt ist, sollte es vor einer Intimrasur herausgenommen werden.

Nefertiti-Piercing

Das Nefertiti-Piercing ist ein vertikales Christina Piercing, dessen unteres Ende ähnlich dem Klitorisvorhautpiercing unter der Klitorishautfalte endet. Es wird ein biegsamer Stift empfohlen. Das Piercing ist im Vergleich zum Isabella sehr ungefährlich. Es ist nach der ägyptischen Königin Nofretete benannt.

Klitorispiercing

Das Klitorispiercing ist ein Piercing durch die Klitoris und nicht mit dem Klitorisvorhautpiercing zu verwechseln. Aufgrund vieler Nervenenden und Schwellkörper ist es ein sehr empfindliches Piercing und bei der Durchführung besonders schmerzhaft. Selbstverständlich sollte es nur von einem erfahrenen Piercer durchgeführt werden. Viele Studios weigern sich jedoch dieses Piercing zu setzen. Es ist sehr von der Anatomie abhängig und kann nicht bei jeder Frau durchgeführt werden. Die Klitoris sollte mindestens einen Durchmesser von 6 Millimetern besitzen und die Klitorisvorhaut darf das Piercing nicht behindern.

Gestochen wird das Klitorispiercing meist horizontal, kann jedoch auch wahlweise vertikal gesetzt werden. Bei bedeckter Klitoris ist ein vertikaler Stichkanal jedoch besser geeignet.

Als Schmuck empfiehlt sich ein möglichst kleiner Ball Closure Ring bei waagerechtem Stichkanal und ein Barbell bei der vertikalen Variante, jeweils mit einer Materialstärke von 1,2 Millimetern.

Wegen der anatomischen Voraussetzungen und der Gefahr einer Desensibilisierung der Klitoris aufgrund Überreizung, ist diese Variante des Intimschmucks eher selten. Ein Piercing durch die Klitorisvorhaut ist für den sexuellen Lustgewinn besser geeignet.

Klitorisvorhautpiercing

 

 

Horizontales Piercing durch die Klitorisvorhaut.

Ein Klitorisvorhautpiercing ist ein weibliches Genitalpiercing durch die Vorhaut der Klitoris. Es kann sowohl vertikal als auch horizontal gestochen werden. Auch die Kombination aus beiden Piercings ist möglich. Beim horizontalen Piercing wird als Schmuck ein kleiner BCR (Klemmkugelring) eingesetzt, der so gewählt werden sollte, dass die Kugel direkt auf der Klitoris liegt, was sexuell sehr erregend und gefühlsintensiv wirkt.

Bei der vertikalen Variante findet ein Stecker Verwendung, dessen untere Kugel ebenfalls direkt auf der Klitoris aufliegt und sexuell erregend wirken kann.

Das Klitorisvorhautpiercing ist unter den weiblichen Intimpiercings das am weitesten verbreitete und beliebteste. Die Vorhaut lässt sich leicht durchstechen und die Heilung dauert etwa 1 bis 2 Wochen. Es verursacht relativ wenig Probleme und ist so gut wie schmerzlos beim Stechen. Entsprechend gibt es beim Mann das Vorhautpiercing.

Siehe auch: Klitorispiercing

Schamlippenpiercing

 

 

Piercing durch die inneren Schamlippen (unten)

 

 

Piercing durch die äußeren Schamlippen (links und rechts außen

Ein Schamlippenpiercing ist ein Piercing im Intimbereich der Frau und kann sowohl in den inneren als auch in den äußeren Schamlippen getragen werden. Beide Varianten werden oft paarweise, also auf beiden Seiten, gestochen. Je nach Anatomie können auch mehrere Piercings in einer Reihe (Venom-Piercing) gestochen werden. Der Piercingschmuck sollte eine Stärke von mindestens 3,2 Millimetern aufweisen um der Gefahr des Migrierens entgegen zu wirken. Das Gewebe ermöglicht ein einfaches und zügiges Dehnen.

Entstanden ist das Piercing in der BDSM-Szene. Neben rein ästhetischem Anlass werden Schamlippenpiercings oft auch aus fetischen Gründen getragen. Erhältlich ist eine Vielzahl an Schmuckvarianten. Richtig platziert kann er sowohl bei der Trägerin als auch beim Sexualpartner stimulierend wirken.

Piercing durch die äußeren Schamlippen

Ein Piercing der äußeren Schamlippen kann bei jeder Frau vorgenommen werden. Die Abheilung verläuft dabei etwas langsamer als bei den inneren Schamlippen, da es durch den Kontakt mit Kleidung des öfteren gereizt wird und ständigen Bewegungen ausgesetzt ist. Der Zeitraum bis zur vollständigen Heilung beträgt in der Regel etwa 6 bis 8 Wochen.

Gerne wird dieser Schmuck auch so gesetzt, dass die Vagina durch gegenüberliegende Schamlippenpiercings verschlossen werden kann und er wie ein Keuschheitsgürtel wirkt.

Piercing durch die inneren Schamlippen

Ein Piercing durch die inneren Schamlippen gehört zu den unkomplizierteren Piercings, ist aber von Größe und Form der inneren Schamlippen der Frau abhängig und kann daher nicht bei Frauen gestochen werden, deren innere Schamlippen sich in der Pubertät nur minimal vergrößert haben. Es bedarf relativ wenig Zeit zur vollständigen Abheilung (2 bis 3 Wochen) und ist weniger schmerzhaft als viele andere Piercings.