Prinz Albert (Piercing)

 

 

Prinz Albert-Piercing Ball Closure Ring 3,2mm

Der Prinz Albert (kurz PA) ist ein Intimpiercing, das von der Harnröhre ausgehend durch die untere Peniswand verläuft und meist mit einem Ball Closure Ring oder einem glatten Segmentring (ohne Kugel) getragen wird. Das Piercing wird in Höhe des unteren Eichelrands gesetzt. Bei Frauen entspricht es dem Prinzessin Albertina-Piercing.

Vorzugsweise wird der PA von Männern mit beschnittenem Penis getragen, er ist jedoch auch bei unbeschnittenem Penis möglich.

Für den Träger und dessen Sexualpartner kann der PA erotisch und anregend aber auch unangenehm sein, abhängig von Größe und Form des Schmucks und der persönlichen Einstellung. Beim Träger wird bei entsprechender Bewegung die innere Harnröhre stimuliert, womit eine besondere Gefühlserfahrung verbunden sein kann. Auch der Sexualpartner empfindet die sexuelle Reizung möglicherweise intensiver durch den mechanisch verstärkt ausgeübten Druck.

Inhaltsverzeichnis

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                1 Durchführung

                2 Variationen

                3 Dehnen

                4 Pflege während der Heilung

                5 Probleme

                6 Geschichtliches

                7 Weblinks

Durchführung

 

 

Prinz Albert- und Frenulumpiercing

Von der Harnröhre ausgehend wird ein kleines Loch mit einer Venenverweilkanüle bis zur Unterseite des Penis gestochen. Eine präzisere Methode geht den umgekehrten Weg: In die Harnröhre wird ein Röhrchen (Innendurchmesser deutlich größer als der Nadelaußendurchmesser) bis zur gewünschten Tiefe eingeführt und dann die Vorderkante vorsichtig nach außen gedrückt. In diese Ausbeulung erfolgt der Stich. Dies geschieht manchmal unter lokaler Betäubung. Sie kann auch weggelassen werden, da es nur ein sehr kurzer Schmerz ist. Die Heilungsdauer beträgt etwa 4–6 Wochen und ist meist unproblematisch.

Variationen [

Außerdem gibt es den Reverse Prinz Albert (Reverse PA), auch Queen Victoria genannt, der ebenfalls durch die Harnröhre eintritt aber auf der Oberseite der Eichel hervortritt und quasi einen „halben Apadravya“ darstellt.

Eine weitere Variante ist der so genannte Dolphin, vergleichbar mit einem „doppelten PA“, der deutlich tiefer sitzt und dort beginnt wo der PA aufhört. Vorzugsweise kommt ein Curved Barbell zum Einsatz, der die Illusion erweckt, das Schmuckstück tauche wie ein Delfin durch den Schaft – was der Ursprung dieser Namensgebung ist, denn mit den Meeressäugern hat es nichts zu tun.

Ebenfalls eine Variante davon ist der Deep PA, hier sitzen die beiden Durchgänge noch tiefer, meist schon nahe dem Hodensack.

Beim Prince's Wand wird ein Stab in die Harnröhre eingeführt und meist durch ein PA an Ort und Stelle gehalten.

Dehnen [

Gestochen wird das Piercing gewöhnlich in einer Stärke von 2 bis 3 Millimetern. Ein erfolgreich verheiltes Prinz-Albert-Piercing wird in der Regel gedehnt, um den Tragekomfort zu erhöhen. Darüber hinaus verringert sich bei größerem Durchmesser das Risiko, dass der Schmuck herauswächst und die Eichel dabei auseinander schneidet. Ab 4 mm Drahtstärke gilt der Prinz Albert als angenehm, deshalb sollte schon beim Stechen auch auf eine relativ große Einstiegsgröße von drei Millimetern geachtet werden. Stärken bis 10 mm sind jedoch durchaus möglich.

Pflege während der Heilung [

Da das Piercing häufig mit Eigenurin in Kontakt kommt, verläuft die Heilung des Stichkanals relativ schnell. Zusätzlich sind tägliche Kamille- oder Salzwasserbäder empfehlenswert. Zur Verwendung von Salben wird nicht geraten, da diese den Stichkanal verkleben könnten. Vorbeugende Desinfektionen sollten nicht regelmäßig vorgenommen werden. Infektionen treten beim Prinz Albert-Piercing relativ selten auf. Die Pflege des Reverse Prinz Albert ist aufwändiger, und die Heilung dauert in der Regel länger als beim PA, ähnlich wie beim Apadravya.

Probleme [

Insbesondere bei Piercingschmuck mit zu dünnem Stabdurchmesser (unter 3–4 mm) besteht bei ungünstiger mechanischer Belastung die Gefahr des Herausreißens bzw. des Schneidedrahteffekts oder (auf Dauer) der Migration (das (langsame) Auswandern des Schmuckstückes). Dabei wird die Eichel auf der Unterseite vom Stichkanal bis zur Harnröhrenöffnung vollständig durchtrennt. In diesem Fall ist eine sofortige operative Korrektur notwendig.

Gelegentlich können beim Geschlechtsverkehr Schmerzen beim Sexualpartner hervorgerufen werden. Auch dies ist meist durch Piercingschmuck mit zu geringer Materialstärke begründet. Wird bei einem Träger des Intimschmucks Fellatio ausgeführt, kann dies beim Ausführenden zu Schäden an den Zähnen führen. Zur Sicherheit sollte das Schmuckstück daher vor der Durchführung von Fellatio entfernt werden.

Beim Urinieren kommt es häufig zu mäßiger bis starker Tropfenbildung, was meist nicht durch den Stichkanal hervorgerufen, sondern dadurch verursacht wird, dass der Urin am eingesetzten Schmuck entlangfließt (Adhäsion) und nach unten abtropft. Dieser Effekt kann durch Form und Größe des Schmucks oder durch Drehung des Penis beeinflusst werden. Eine Alternative kann ein Surface Bar sein: dieser kann auch in kleinen Drahtstärken getragen werden und beeinflusst das Urinieren kaum.

Trotz eines Prinz Albert-Piercings kann ein Kondom verwendet werden, jedoch muss darauf geachtet werden, dass der Schmuck nicht verkratzt ist, beispielsweise durch das Einsetzen mit einer Zange.

Geschichtliches [

Prinz Albert, der Ehemann der englischen Königin Viktoria, wollte mit dem Ring angeblich die Vorhaut von der Eichel zurückhalten, um zu verhindern, dass sich Smegma darunter bilden kann. Der Ring wurde möglicherweise am Hosenknopf befestigt. Eine andere Variante ist, dass sich der Prinz durch seinen Penis beim Tragen von Reithosen gestört fühlte und ihn so in eine weniger unangenehme Position brachte. Es ist jedoch schwer, den Wahrheitsgehalt dieser eher unwahrscheinlichen Geschichten zu ermitteln. Es wird auch angenommen, dass es sich hierbei um einen von Doug Malloy – der sich stark für die gesellschaftliche Anerkennung von Bodypiercing in den USA einsetzte – verbreiteten Mythos handelt.

Glans penis

Als Glans penis (lateinisch, glans = Eichel) wird die Eichel des Penis beim Mann bezeichnet. Diese ist eine Verdickung am vorderen Ende des Penis. Im unerigierten Zustand wird die Eichel von der Vorhaut verdeckt. Bei der Erektion zieht sich die Vorhaut normalerweise von der Eichel zurück, so dass die Eichel freiliegt.

Aufbau Piercing, Piercingschmuck

 

 

Eichel (Glans Penis)

An der Eichel unterscheidet man einen Eichelrand (Corona glandis) und den sich daran in Richtung Peniskörper anschließenden Eichelhals (Collum glandis). Bei Hunden wird die sehr lange Eichel in einen langen Teil (Pars longa) und einen Zwiebelteil (Bulbus glandis) unterteilt.

Die Eichel gehört neben dem Frenulum (Vorhautbändchen) und der inneren Vorhaut zu den stärksten erogenen Zonen. Von besonderer Bedeutung ist hierbei der untere Eichelrand. Die Schleimhaut der Eichel besitzt zahlreiche freie Nervenendigungen, unter dem Epithel liegen Meissner-Körperchen und spezialisierte Genitalkörperchen für die haptische Wahrnehmung. Die Erregungungsleitung erfolgt über den Nervus dorsalis penis und hat unter anderem für den männlichen Orgasmus und den Ejakulationsreflex Bedeutung.

Das Innere der Eichel wird vom Vorderabschnitt des Harnröhrenschwellkörpers (Corpus spongiosum penis) gebildet, welcher auch als Eichelschwellkörper (Corpus cavernosum glandis) bezeichnet wird. Dessen Ausbildung und damit auch der Grad der Vergrößerung der Eichel bei der Erektion ist bei den Säugetieren sehr verschieden. Umfangreiche Schwellkörper besitzen neben dem Menschen zum Beispiel auch Hunde und Pferde. Bei Paarhufern ist dagegen kaum Schwellkörpergewebe vorhanden und die bindegewebige Eichel nur mit unter dem Epithel liegendem, venösem Plexus versehen.

Innerhalb der Eichel verläuft die Harnröhre. Sie mündet an der Eichelspitze mit der äußeren Harnröhrenmündung (Ostium urethrae externum). Die Harnröhre ragt dabei bei vielen Säugetieren zipfelartig über das Eichelende hinaus, was als Processus urethrae („Harnröhrenfortsatz“) bezeichnet wird. Bei Pferden liegt das Ende der Harnröhre in einer deutlichen Vertiefung, der Eichelgrube (Fossa glandis), die mehrere Blindsäcke (Recessus) besitzt.

Die Eichelschleimhaut ist im Normalfall (nicht beschnitten) sehr dünn (2-3 Zelllagen), so dass selbst kleinste Reize wahrgenommen werden.

10% der Männer haben am Eichelrand eine Vielzahl kleiner vorstehender Punkte, die so genannten Hornzipfel. Diese stellen keine Krankheit dar und bedürfen auch keiner Behandlung. Typisch sind solche Hornbildungen auch bei den Katzen, wo sie als „Penisstacheln“ bezeichnet werden.

Erkrankungen

                Eichelentzündung (Balanitis bzw. Balanoposthitis)

                Peniskarzinom

Modifikationen

Bei einigen Männern wird die Vorhaut durch Beschneidung entfernt. Die Empfindlichkeit der Eichel wird dadurch mit der Zeit herabgesetzt, da sich eine schützende Keratinschicht (Hornhaut) auf der Eichel bildet. Neben der medizinischen Indikation (bei Vorhautverengung, Phimose) werden Beschneidungen in vielen Kulturen vor allem aus religiösen und rituellen Motiven kurz nach der Geburt oder im frühen Kindesalter durchgeführt. Beschneidungsgegner sehen darin eine vorsätzliche Körperverletzung.

Spaltungen der Eichel und/oder des ganzen Penis bezeichnet man als Subinzision oder Bifurkation.

Penis Piercing, Piercingschmuck

Der Penis (indogerman. Wortstamm, vgl. altgr. πέος) ist neben dem Hodensack eines der äußeren männlichen Geschlechtsorgane. Weitere Bezeichnungen dafür sind: das (männliche) Glied oder – für den erigierten Zustand – der Phallus. Die alte Bezeichnung Zagel (die auch "Schwanz" bedeutete) wird nur noch mundartlich verwendet. Eine weitere veraltete Bezeichnung lautet Rute. Medizinisch heißt der Penis auch Membrum virile (= männliches Teil). Der Penis ist das männliche Begattungsorgan und dient außerdem noch der Ausscheidung des Harns.

Der Penis und die weibliche Klitoris (Kitzler) gehen entwicklungsgeschichtlich gesehen auf dieselben Anlagen zurück.

Inhaltsverzeichnis

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                1 Der Penis beim Menschen

                1.1 Anatomie

                1.2 Größe und Art

                1.3 Erkrankungen

                2 Modifikationen

                3 Übrige Säugetiere

                4 Siehe auch

                5 Weblinks

                6 Quellen

Der Penis beim Menschen

Anatomie

 

 

Geschlechtsorgane des Mannes

Der Ursprungsbereich wird als Peniswurzel (Radix penis) bezeichnet. Sie ist am Becken über Muskeln und Bänder befestigt. Der sich anschließende Penisschaft (Corpus penis) geht am vorderen Ende in die Eichel (Glans penis) über. An der Eichel finden sich oft sogenannte Hornzipfel, die keine Erkrankung darstellen.

Die Eichel ist von der Vorhaut (Praeputium penis) umgeben. Diese besitzt eine Hautfalte zur Unterseite des Penis, das Vorhautbändchen (Frenulum preputii).

Die Eichel und das innere Blatt der Vorhaut sondern Zellen und Talg ab, welche bei mangelhafter Hygiene mit Resten von Urin das Smegma bilden.

Der Penis enthält drei Schwellkörper. Die zwei Schwellkörper an der Oberseite werden als Penisschwellkörper (Corpora cavernosa penis) bezeichnet. Sie verwachsen median miteinander und sind nur durch ein Septum penis voneinander getrennt. Ein weiterer Schwellkörper, der Harnröhrenschwellkörper (Corpus spongiosum penis), verläuft an der Unterseite. Im Harnröhrenschwellkörper verläuft der Penisteil der Harnröhre. Bei sexueller Erregung füllen sich die Schwellkörper mit Blut, wodurch der Penis größer und hart wird, es kommt zur Erektion (= Aufrichtung, Versteifung). Für die Versteifung ist vor allem der Penisschwellkörper verantwortlich.

Die Muskeln des Penis sind der Musculus bulbospongiosus, der Musculus ischiocavernosus und der Musculus retractor penis.

Die Blutversorgung erfolgt über die Arteria und Vena penis bzw. durch drei Äste (Arteria dorsalis penis, Arteria profunda penis, Arteria bulbi penis).

Die sensible Innervation der Eichel erfolgt über den Nervus dorsalis penis, der auch als „Wolllustnerv“ bezeichnet wird. Die Penishaut und die Vorhaut werden über den Ramus genitalis des Nervus genitofemoralis innerviert. Die Schwellkörper und Blutgefäße werden über das vegetative Nervensystem gesteuert. Deren parasympathische Anteile entstammen aus dem Kreuzabschnitt des Rückenmarks und verlaufen über das Beckengeflecht (Plexus pelvinus). Sie lösen die Erektion aus und werden deshalb auch als Nervi erigentes bezeichnet.

Größe und Art

 

Penis im schlaffen und im erigierten Zustand

Der durchschnittliche Penis ist zwischen 7 und 10 cm im erschlafften und 11 bis 17 cm im erigierten Zustand lang. Im Februar 2001 führten die pro familia NRW und die Universitätsklinik Essen eine Untersuchung an den Penissen von 111 jungen Männern im Alter zwischen 18 und 19 Jahren und, im Frühsommer, mit einer Kontrollgruppe von 32 älteren Männern (40 bis 68 Jahre) durch. Das Ziel der ersten Studie war die Erhebung objektiver Daten (Fremdmessung durch einen Arzt und eine Ärztin) zur Penisgröße. Nach dieser Untersuchung hat der erigierte Penis im Mittel eine Länge von knapp 15 cm, einen Durchmesser von 4 cm sowie einen Umfang von 12 cm.

Im schlaffen Zustand variiert die Größe zusätzlich abhängig von Temperatur oder psychischem Empfinden.

Bei der korrekten Messung des steifen Penises wird ein Lineal an der Oberseite des Penis am Bauch ohne Druck angesetzt und bis zur Eichelspitze gemessen.[1]

Einen Penis, der bei der Erektion nur verhältnismäßig wenig wächst nennt man Fleischpenis. Im Gegensatz dazu steht der Blutpenis, welcher bei der Erektion mehr als doppelt so lang ist als im schlaffen Zustand.[1]

Erkrankungen

Die Unfähigkeit zur Erektion wird heute als erektile Dysfunktion (allgemein Impotenz) bezeichnet. Diese ist aber nicht mit Orgasmusunfähigkeit gleichzusetzen. Alle nicht-penetrierenden sexuellen Betätigungen mit dem Penis sind ohne (ausreichende) Erektion zumeist möglich. Häufiges Radfahren kann durch Druck des Sattels auf die Peniswurzel und ihre empfindlichen Nerven zu erektilen Dysfunktionen führen. Dies kann durch geeignete Sattelformen und eine sportliche Fahrweise verhindert werden.

Ein Priapismus (krankhafte Dauererektion) kann, wenn er mehr als zwei Stunden dauert, zu einem dauerhaften Verlust der Fähigkeit zur Erektion führen. Verursacht werden kann dies unter anderem durch Medikamente wie Viagra, Drogen wie Kokain, aber auch durch Gerinnungsstörungen (Malignome).

Eine Ruptur der Schwellkörper wird als Penisfraktur bezeichnet. Die dadurch ausgelöste starke Blutung bedarf der sofortigen medizinischen Behandlung.

Wenn der Penis im erigierten Zustand eine sehr starke Krümmung aufweist, spricht man von einer Penisdeviation. Sie kann z.B. durch Bindegewebswucherungen im Schwellkörper (Induratio penis plastica) entstehen. Solche starken Verkrümmungen, die den Sex unmöglich machen können, werden heute mit Hilfe von Operationen begradigt.

Entzündungen der Eichel bezeichnet man als Balanitis.

Bei einer Verengung der Vorhaut kann diese nicht über die Eichel zurückgeschoben werden, es liegt eine Phimose vor. In den ersten Lebensmonaten ist die Verwachsung der Vorhaut mit der Eichel normal. Als Frenulum Breve bezeichnet man eine Verkürzung des Vorhautbändchens.